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6 aus 49 – Ohne Lotto zum Erfolg
Sie kennen Wembley, haben die TV-Bilder von Thomas Helmers Phantomtor gesehen; dann haben sie am Samstag womöglich eine weitere Kuriosität des Fußballfachgeschäftes verpasst – den Netzauslöser von Striessen! Doch diese illustre Begebenheit warf keinesfalls Schatten auf den solide überzeugenden Auftritt der goldenen Generation am 5. Spieltag der Sparkassenliga.
Ein altes ortskundiges Sprichwort besagt: “Willst du das Leben genießen, zieh nach Striessen.“. Deshalb war es für die Mannschaft um Mathias Behr eine willkommene Abwechslung am 5. Spieltag der Sparkassenliga in den Dresdner Stadtteil zu reisen, wo sich das „Who is Who“ der Glückseeligkeit die Klinke in die Hand gibt. Denn nach der unnötigen Niederlage der Vorwoche stand diesmal nur eins im Vordergrund, das seelische Wohlbefinden aller Akteure zu optimieren, um den anstehenden Aufgaben der nächsten Wochen gerecht zu werden. Eins vorweg genommen, es gelang.
Beim 6:0 - Auswärtserfolg gegen die 2. Vertretung der SG Striessen schrieben sich sage und schreibe sechs Richtige in die Torschützenliste ein und sogar die Zusatzzahl passte – Jackpot! Mitnichten, denn Treffer Nummero Sieben von „Kung-Fu-Fighting“ Christian Fischer wurde, mangels Torkamera, annulliert!
Aber ordnen wir doch die Ereignisse und widmen uns dem chronologischen Spielverlauf.
Zögerliches Abtasten befand sich an diesem Tag nicht im Wortschatz der Blau-Weißen, denn bereits in der 2. Minute nutzte Jan Röher eine Unachtsamkeit der Striesener Hintermannschaft um sich auf und davon in Richtung Strafraum zu machen. Dort angekommen boten sich ihm gleich mehrere Möglichkeiten um zum Torabschluss zu kommen. Einerseits warb der heraneilende Rene Reitmeyer am Sechzehner um die Gunst des durchsetzungsfähigen Stürmers, zum anderen hätte man auch den einfachen Querpass auf den Optionsschein aufnehmen können. Kokolores dachte sich Röher, Nachbar-, Neben- und Scheitelwinkel – ich hab den Löbtauer Zirkel dabei. Und auch ohne Mathematik-Leistungskurs war dieser dann so präzise eingestellt, dass 18° Winkelmaß zum Torerfolg ausreichten.
Und die Kicker aus dem Dresdner Westen blieben am Ball. Defensiv ersetzte Topf den abwesenden Kaulfuß mit gutem Stellungsspiel und Lufthoheit und offensiv nahm das Umkehrspiel langsam Fahrt auf. 10. Spielminute; Ballgewinn im Mittelfeld, Reitmeyer mit glänzender Übersicht und Taktgefühl auf den sich lösenden Roy Hadamietz, Ballmitnahme-Schuss-Tor – ach Fußball kann so einfach sein!
Striessen, als Aufsteiger mit 4 Punkten in die Saison gestartet, sichtlich geschockt aber bemüht zurück ins Spiel zu finden. Doch aufgrund einer deutlichen Steigerung der Löbtauer Abwehrformation bei langen Bällen und Ballannahmen, nicht mehr als durch Freistösse gefährlich. Die einzig nennenswerte Chance vereitelt dabei Steffen Schenke, der den im Urlaub verweilenden Groß im Tor souverän vertrat, mit feinem Reflex (20.).
Löbtau hingegen deutete weiter an was man mit Pralle, Doppelpass & Co, schließlich legitime Hilfsmittel zur fußballerischen Gestaltung eines herrlichen Spätsommertages, so alles anstellen kann. Der Feinjustierung muss man sich in manchen Spielzügen sicher noch widmen, in Punkto Effizienz war die 1. Halbzeit vorbildlich.
34. Minute; Robert Thomalla mit sehenswerter Kopfballbogenlampe unhaltbar ins lange Eck – 3:0.
Nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild. Löbtau offenkundig gewillt keine Fragen aufkommen zu lassen, wer an diesem Tag die Punkte auf der Habenseite verbuchen sollte. Und diesmal bediente man sich einem weiteren Mittel der Fußballzunft – den Standards!
Erst erinnerte sich Robert Topf, nach Eckball, seiner Stürmerqualitäten und bugsiert den Ball fein säuberlich ins „Gamberle“ (48.), danach bewies Dittmar per Freistoss, dass Wahrscheinlichkeiten nicht nur im Lottogeschäft Schall und Rauch sind (53.).
5:0 nach 53. Minuten, nein Lethargie zog nicht ins Spiel der Cosmopoliten ein. Sie versuchten nun weiterhin, sich einstudierter Spielzüge zu bedienen. Einziges Manko – die Konzentration beim Abschluss ließ nach. Laspe mit doppeltem Doppelpass auf Dittmar, weiter in die Spitze zu Reitmeyer, doch dieser mit zu vielen Beinen im Gepäck beim Abschluss.
Es summierten sich gute Ansätze mit resultierenden Gelegenheiten, das 6:0 hingegen ließ bis zur 84. Minute auf sich warten. Thomalla, nach schnell vorgetragenem Konter, mit direktem Querpass zum mitlaufendem Bitterlich, der keine Mühe hatte aus leicht abseitsverdächtiger Position zum Endstand einzuschieben.
Kurios wurde es zwei Minuten später. Erst hatte Thomalla nach Kopfballtor den zu Folge habenden Schrei bereits auf den Lippen, doch der Ball sprang aus Schiedsrichtersicht wieder „von der Linie“. Keine Millisekunde später entschied sich Fischer, gegen einen erneuten Kopfballversuch und für einen, in dieser Form, noch nie wahrgenommenen Kung-Fu-Vollspannstoss aus 75 Zentimetern. Folge: Fischers Geschoss hebelte die Maschen des hinter der Latte befindlichen Netzes derart aus, dass, und nun streiten sich die Gelehrten, der Ball von einer(m) der Ösen und/oder Haken wieder aus dem Tor katapuliert wurde.
Schlussendlich kann man dieses Zusatztor linguistisch nicht annähernd beschreiben. Der Jackpot jedenfalls bleibt somit noch in staatlicher Hand. (RD)
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