|
Trachenberge, Elbflorenz, Borea und Helios – 4 Spiele mit durchwachsener Bilanz
Mit Effizienz beschreibt man bekanntlich das Verhältnis von Nutzen zu dem Aufwand mit dem der Nutzen erzielt wird. Doch dieses Verhältnis stellt sich in den Ergebnissen der SpVgg. Dresden-Löbtau als äußerst uneffektiv wieder. Nachdem bei der Vertretung des TSV Bühlau (7.Spieltag) nur ein mageres 1:1 Unentschieden zustande kam, konnte man auch gegen Motor Trachenberge nicht den erhofften Dreier einfahren. Im Gegenteil, man gab ein weiteres Beispiel ab, wie man einen Gegner im Spiel hält und für die kommenden Wochen aufbaut (Trachenberge gewann 1 Woche später gegen Cossebaude). Denn nach einem mehr als überzeugendem Auftritt in der 1. Halbzeit und dem Führungstreffer durch Dittmar, übertraf man sich einmal mehr im Auslassen von Großchancen. Erst scheiterte Topf per Elfmeter, dann hatte Thomalla auf dem Weg zum Tor wohl allzu viele Gedanken im Kopf um ordnungsgemäß abzuschließen. Und so handelte man sich noch im ersten Durchgang ein Gegentor der Marke „unnützer als Fonduegeschirr“ ein, anstatt mit 3:0 in die 2. Halbzeit zu gehen. Dort angekommen drückte man mehr und mehr aufs Tempo, doch gegen die äußerst tiefstehenden Motoren aus Trachenberge fand man nicht das nötige Mittel, um den späteren 1:1-Endstand noch zu kippen.
Also fuhr man am Reformationstag erneut nach Lockwitzgrund, wo man gegen Elbflorenz zum zweiten Tanz der Saison gebeten wurde. Und der Stadtklassevertreter war ein guter Prüfstein für die 2. Runde des Amateurpokals. Ballsicher und aggressiv präsentierten sich die Hausherren und waren vorallem im 1. Durchgang gleichwertig. Zwar war Thomalla bereits wieder frühzeitig (5.Minute) auf dem Weg Richtung gegnerisches Gehäuse, Mann des Tages wurde jedoch ein anderer. Thomas „Arne“ Friedrich bewies in Hälfte 1, dass er seinen Torriecher nicht verloren hat und sorgte per Kopf die 1:0 Halbzeitführung der Blau-Weißen. Kurz nach Wiederanpfiff wurde es dann zunehmend hektischer. Erst wurde Roy Hadamietz so sehr in einer Gegend provoziert, wo der gestandene Hetero-Mann nicht mit umgehen kann, und kassierte für seine Kurzschlussreaktion auf selbiges Ereignis die rote Karte. Kurze Zeit später tankte sich „La Lanterna“ Torsten Schumann mit Ball am Fuß (!) im Strafraum durch und netzte zur beruhigenden 2:0 Führung ein. Elbflorenz zeigte sich weiter kampfeslustig, verkürzte Mitte der 2. Halbzeit zum 2:1 und war gewillt die Partie zu drehen. Doch aufgrund einer soliden Abwehrorganisation und einem reaktionsschnellem Torhüter Ringo Groß, behielt man in dieser kurzen schwierigen Phase den Überblick. Denn wiederrum nur Minuten später erzielte Thomas Friedrich mit sehenswertem Vollspannstoß aus spitzem Winkel den 3:1 – Endstand, auch weil Schumann, Topf und Bitterlich mit etlichen gute Chancen am gutem Keeper der Gastgeber scheiterten.
Zeit zum Ausruhen hatte man wahrlich nicht, denn Spieltags- und Pokalplankommission bescherte der Spielvereinigung bereits das zweite englische Wochenende in kurzer Zeit. Nichtsdestotrotz wollte man mit einem Sieg gegen Borea III. den Anschluss in der Tabelle halten, was man, vorweggenommen, mit korrekter Lösung von 1:1-Situationen auch locker hätte schaffen können. Zwar diktierte der Gastgeber mit enormer Ballsicherheit und Kombinationsgeist in der 1. Hälfte das Spielgeschehen und ließ den Löbtauer Kreisel mächtig rotieren, das 1:0 erzielten jedoch die Gäste. Weltenbummler Carsten Wolf berechnete einen scharf geschlagenen Eckball so genau, dass das „Hinhalten und kurze Drehen“ des Hauptes genügte, um die Führung zu erzielen. Der Führungstreffer währte allerdings nicht sonderlich lange, denn ebenso per Eck- und Kopfball erlangte Borea zum Ausgleich. Im 2. Spielabschnitt völlig andere Rollenverteilung. Löbtau nun ball- und tonangebend, sehenswert kombinationssicher aber unglaublich uneffektiv. Thomalla und Schumann übertrafen sich im Auslassen hundertprozentiger Torchancen und sorgten dafür, dass man nach Spielschluss nur im Konjunktiv von Ihnen Sprach. So blieb es, auch dank eines großartigen Reflexes von Ringo Groß in der Schlussminute, beim dritten 1:1 in Folge und der Erkenntnis, dass man mit großem Aufwand wieder nur wenig Nutzen erzielte.
Kommen wir nun zum aktuellen Tagesgeschehen, sprich dem 10. Spieltag der Sparkassenliga. Gast an der Malterstrasse die Vertretung des SV Helios, zweiter in der Tabelle und somit ärgster Verfolger des in den letzten Wochen unsicher wirkenden TSV Cossebaude. Spielerisch besser präsentierte sich jedoch besonders in der 1. Hälfte die Spielvereinigung Dresden Löbtau. Immer wieder band man durch kluges Kombinationsspiel die Außenverteidiger ins Spielgeschehen ein und erarbeitete sich so einen deutlichen Feldvorteil. Was fehlte waren klare Chancen und eine gewisse Durchsetzungsfähigkeit der Angriffsreihe, die die Gäste, keineswegs sicher im Abwehrverbund, ins Taumeln geraten hätte lassen. So sorgte Dittmar´s Distanzschuss Mitte des ersten Abschnitts für die größte Gefahr. Helios dagegen nur zaghaft mit Kontern gefährlich, von denen einer die Wende im Spiel besorgte. Dabei wurde Löbtaus Abwehrreihe im Vorwärtsgang so sehr überrascht, dass ein Gästespieler mutterseelenallein auf Torhüter Ringo Groß unterwegs war. Dieser, etwas zu spät aus seinem Kasten um mit dem Fuß zu klären und leicht irritiert aufgrund fehlender Markierung des Sechzehners, wusste sich nur noch mit einer unerlaubten Handabwehr zu helfen, was vom Schiedsrichterobmann mit der dunkelsten aller Ampelkarten bestraft wurde. Folglich sorgte kurze Unruhe ersten dafür, dass Thomas Friedrich Groß Platz im Tor einnahm und sich Löbtau in den verbleibenden 4 Minuten völlig orientierungslos in die Halbzeit retten konnte.
Dort angekommen fand man wieder etwas zu sich und war gewillt das Spiel wieder in geordnete Bahnen zu lenken. So nahm man, nach fünfminütiger Findungsphase, das Spielzepter wieder in die Hand und geriet erst nach schwerem Doppelschnitzer von Kaulfuß und Röher, die beide hätte problemlos klären können, mit 0:1 ins Hintertreffen. Löbtau trotzdem weiterhin am Ball und durch Topf dem Ausgleich erdenklich nahe. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Topf verspringt bei der Ballannahme das runde Spielgerät so sehr, dass nicht er sondern der Torhüter zur Stelle ist und im Gegenzug klingelt es im Kasten der Löbtauer, 0:2. Erstaunlich, dass die Gäste aber zu keiner Zeit des Spiels aufgaben und somit in der 90. Minute durch Robert Topf zum Anschlusstreffer kamen. Allen Bemühungen zum Trotz, kassierte man dann aber in der Nachspielzeit nach Konter das 1:3, was schlussendlich auch den Endstand darstellte.
Fazit: Um größtmögliche Ziele zu erreichen, fehlt es der Mannschaft in dieser Saison noch etwas an Qualität und dementsprechender Effizienz. Man sollte dennoch das angestrebte Konzept weiter verfolgen und sich, speziell im Training, weiter verbessern. Erfolg ist schließlich nicht mit dem Lift zu erreichen, sondern immer noch per Pedes; sprich im Treppenhaus wird geerntet. Und Ziele sind auf jeden Fall auch noch in dieser Saison erreichbar…!!! (RD)
|